Shakespeares Komödien sind ja nie einfach nur gut funktionierende, raffiniert gebaute Verwirrungsmaschinen. Sie sind auch immer Erzählungen von der Unmöglichkeit der Liebe, von der Lächerlichkeit des Menschseins, sie sind große, groteske Geschichten über die komische Vergeblichkeit.

Auch "Viel Lärm um nichts" ist ein solches Stück, das uns vor dem Hintergrund der Geschichte über ungleiche Liebende tief in die Seelen der Figuren blicken lässt, also auch in die tiefen Abgründe, die dort verborgen liegen. Wenn hier der Bruder den Bruder hasst; wenn hier zwei Menschen wie Benedikt und Beatrice gegen ihre Neigung zu einem Paar gemacht werden, weil die Gesellschaft es sich so ausgedacht hat; wenn hier die beiden größten Hornochsen von Nachtwächtern am Ende die klügsten von allen sind. Dann wird klar, dass auch "Viel Lärm um nichts" uns hinter der Komödie noch viel über die Welt erzählen kann.

Shakespeares turbulente Komödie in einer neuen Fassung des Dramaturgen Brandon Larch – mit einer herzzerreißenden Ironie auf Liebe und falsch verstandenen Stolz – reduziert das umfangreiche Personal des Stücks auf 3 Damen und 9 Herren und ist mit seiner stringenten Bearbeitung gleichzeitig nah am Original wie sprachlich zeitgegenwärtig. Ein höchst kurzweiliges Vergnügen – oder, wie Wachmann Holzapfel es formulieren würde: Das Objekt sollte dringendst von einem Anrührer exanimiert werden!